Categories: archiv
      Date: Sep  9, 2010
     Title: AKW, die Lösung?!?!
Drohende Energiekrise blockiert den Gedankenfluss vieler Politiker und lässt sie in Steinzeitdimensionen denken....

Spätestens nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl war es allen wieder bewusst, wie heikel der Umgang mit der Kernenergie ist. Ein Unglück mit einem Kernkraftwerk bleibt nie ein lokales Ereignis, sondern lässt, durch den Wind verteilt, alle etwas daran teilhaben.

Der Super-GAU im AKW Tschernobyl geschah am 26. April 1986. Während eines Experiments geriet Block 4 des Atomkraftwerkes außer Kontrolle. Noch kurz vor dem Unfall war dieser russische Reaktortyp auch in westlichen Medien als „besonders sicher“ beschrieben worden. Die Hitze verbog Metall und Reaktorstäbe und der Kern konnte nicht mehr gekühlt werden. Es kam zur Explosion, durch die innerhalb des Reaktors 1500 Tonnen Graphit in Brand gerieten. Der Feuersturm riss radioaktive Materialien kilometerhoch in die Atmosphäre, wo sie von starken Winden erfasst wurden. Eine radioaktive Wolke verteilte den Fallout über weite Teile Europas, Millionen Menschen wurden einer starken Strahlenbelastung ausgesetzt. Es gab zehntausende Tote, obwohl Tschernobyl in einer dünn besiedelten Region liegt. Viele Menschen sind schwer erkrankt und die Zahl der Krebserkrankungen nimmt zu. Ein Gebiet, halb so groß wie die Bundesrepublik, wurde in der Ukraine, Weißrussland und Russland verseucht; 375 000 Bewohner mussten umgesiedelt werden. Über die Opferzahlen gibt es einen interessengeleiteten Streit. Die in der IAEO organisierte Atomlobby versucht die Unfallfolgen herunterzuspielen und zu verharmlosen. Wer neue Atomanlagen bauen will, muss Unfälle aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängen. (Quelle: http://vorort.bund.net)

Die vielen Atomkraftwerke1, welche über die ganze Erde verteilt sind, produzieren Unmengen an Abfällen.
Die latent vorhandene Gefahr ist das Eine, doch was geschiet mit dem radioaktiven Abfall?
Ach ja, den verbuddeln wir in der Erde, so wie man es mit Abfall schon immer gemacht hatte.
Dies kann für eine zivilisierte Gesellschaft wirklich keine Lösung sein! Es lässt vermuten, dass gewisse Kreise nicht über die Nasenspitze hinaus denken können. Die radioaktiven Abfälle strahlen für tausende2 von Jahren weiter. Eine Salzmine mag geologisch vorteilhaft sein, doch kann uns jemand wirklich garantieren, dass auch durch ein Erdbeben in 2000 Jahren nichts passieren kann?

Eine weitere Gefahr lauert darin, dass die radioaktiven Reste in falsche Hände gelangen könnten, doch auf dieses Szenario möchte ich hier nicht weiter eingehen.
Gerne wird uns heute erzählt, dass moderne AKW's nichts mit Tschernobyl gemeinsam haben, eine Restgefahr bleibt vorhanden und die ist nicht ohne. Können wir uns diese Gefahr wirklich leisten?
Ich denke ganz klar NEIN! Wir haben nur einen Planeten zur Verfügung, wir können nach einem Super-Gau nicht einfach auf den nächsten Planeten umsiedeln.




1 Ende 2006 waren weltweit 210 Kernkraftwerke mit 435 Reaktorblöcken am Netz. Quelle: Wikipedia

2 Das Plutoniumisotop-239 das eine Halbwertszeit von 24360 Jahren hat, wird als Brennstoff in Kernreaktoren und zur Herstellung von Atombomben verwendet.



To be continued...




Martin Weber


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